Die Anatomie der Schädelknochen und ihre lebenslange Beweglichkeit

 

Die Anatomie der Schädelknochen und ihre lebenslange Beweglichkeit

Die menschliche Anatomie ist ein faszinierendes Feld. Besonders beeindruckend ist der Schädel mit seiner komplexen Struktur und Funktion. Der Schädel besteht aus 22 Knochen, die in zwei Hauptkategorien unterteilt sind: Die Schädelknochen, die das Gehirn schützen (7 Knochen), und die Gesichtsknochen, welche die Struktur des Gesichts formen (15 unterschiedliche Knochen). Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass diese Knochen sich ein Leben lang bewegen können, und diese Beweglichkeit eine wesentliche Rolle für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden spielt.

Aufbau des Schädels

Der Schädel ist in mehrere einzelne Knochen unterteilt, die durch Nähte (Suturen) miteinander verbunden sind. Diese Suturen sind fibröse Gelenke, die eine gewisse Flexibilität erlauben.

Zu den Hauptknochen des Schädels gehören:

  • Das Stirnbein (Os Frontale): Es bildet den vorderen Teil des Schädels.

  • Das Scheitelbein (Os Parietale): Zwei Knochen, die den oberen und jeweils seitlichen Teil des Schädels formen.

  • Das Schläfenbein (Os Temporale): Zwei Knochen, welche die Strukturen des Innen- und Mittelohrs schützen.

  • Das Hinterhauptbein (Os Occipitale): Bildet die Rückseite und zieht zur Basis des Schädels.

  • Das Keilbein (Os Sphenoidale): Ein zentraler Knochen, der viele andere Knochen des Schädels verbindet und mit dem Hinterhauptbein gemeinsam die Schädelbasis bildet.

  • Das Siebbein (Os Ethmoidale): Ein kleiner Knochen, der Teil der Nasenhöhle und der Augenhöhlen ist.

Die Gesichtsknochen umfassen u.a. die Nasenknochen, die Wangenknochen (Jochbein), den Oberkiefer (Maxilla) und den Unterkiefer (Mandibula).

Warum sich die Schädelknochen bewegen

Die Beweglichkeit der Schädelknochen mag auf den ersten Blick überraschend erscheinen, aber sie ist aus mehreren Gründen nachvollziehbar und wichtig:

1. Geburt und Wachstum:

  • Bei der Geburt sind die Schädelknochen eines Säuglings noch nicht vollständig verknöchert und fest miteinander verbunden. Dies ermöglicht es dem Schädel, sich während des Geburtsprozesses zu verformen und erleichtert das Passieren durch den Geburtskanal.

  • Nach der Geburt bleiben die Suturen flexibel, um das Wachstum des Gehirns zu ermöglichen. Das Gehirn wächst rapide in den ersten Lebensjahren, und die Schädelknochen müssen sich anpassen, um genügend Raum zu bieten.

2. Druckausgleich und Schutz:

Im Laufe des Lebens sind die Schädelknochen in der Lage, sich minimal zu bewegen, um Druckunterschiede im Schädelinneren auszugleichen. Beispielsweise kann bei intensiver körperlicher Aktivität oder bei Änderungen des Luftdrucks, wie beim Fliegen oder Tauchen, diese Beweglichkeit helfen, den Druck auf das Gehirn zu regulieren und Beschwerden zu minimieren.

3. Mikrobewegungen und Gesundheit:

Die Theorie der kranialen Osteopathie besagt, dass die Schädelknochen sich in einem rhythmischen Muster bewegen, das als „kraniale Rhythmische Impulse“ bezeichnet wird. Diese Bewegungen fördern die Zirkulation der cerebrospinalen Flüssigkeit und unterstützen die Gesundheit des zentralen Nervensystems und darüber die des gesamten Körpers. Obwohl diese Theorie umstritten ist, wird sie von vielen Osteopathen und ganzheitlichen Therapeuten praktiziert und geschätzt und es zeigen sich in der Praxis mit der Therapie oft erstaunliche Ergebnisse.

Fazit

Die Fähigkeit der Schädelknochen, sich lebenslang zu bewegen, ist ein faszinierendes Beispiel für die dynamische Natur des menschlichen Körpers. Diese Beweglichkeit ist nicht nur wichtig für die Geburt und das Wachstum, sondern spielt auch eine Rolle bei der Aufrechterhaltung des Druckgleichgewichts und möglicherweise der allgemeinen Gesundheit des Gehirns und des zentralen Nervensystems. Die komplexe Struktur und Funktion des Schädels zeigt, wie bemerkenswert unser Körper darauf ausgelegt ist, sich den unterschiedlichen Anforderungen und Herausforderungen des Lebens anzupassen.

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Bitte beachten Sie, dass ich nur mit Jugendlichen und Erwachsenen arbeite, nicht aber mit Babies und kleinen Kindern.

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Blogeintrag von Johanna Hocher, Osteopathin in 1130 Wien.
Foto von Anne Nygård@polarmermaid (Unsplashed)